Tutorials - Verwitterung

Dieses Tutorial beschäftigt sich mit der Aufbringung von Verwitterungen, also z.B. Kratzer und Dreck, auf Fahrzeugtexturen.
Die Verwitterungen werden dabei in verschiedenen Schritten aufgetragen, die hier beschrieben werden.

Einleitung

Ausgangsbasis dieses Tutorials bildet eine getarnte Oberfläche mit zwei Vertiefungen (schwarze Schlitze), wobei die Vertiefungen eine Schattendarstellung zeigen sollten und nie mit Dreck übermalt werden.
Alle Ebenen, die für die Verwitterung des Materials genutzt werden, sollten in der Ebenenreihenfolge so angebracht sein, dass sie keine strukturellen Bemalungen überdecken.

Basistextur

Es ist wichtig, jede einzelne Bemalung der Verwitterung auf eine eigene Ebene zu legen. Dies ermöglicht es, die Ebenen später einzeln auf einen höheren oder geringeren Verschmutzungsgrad anzupassen sowie die Umwandlung des Ausgangstarnschemas in ein anderes.

1.) Zerkratzte Oberflächen

Durch die Benutzung des Geräts entstehen leichte Abnutzungserscheinungen auf der Oberfläche, sei es durch schleifendes Astwerk, Gebüsche oder andere Hindernisse.
Bei der Erstellung unserer Texturen wird dazu das Pinselwerkzeug mit Werkzeugspitze 1 Pixel benutzt.
Weiß oder hellgrau eignen sich am besten für das Aufmalen von Kratzern, wobei darauf zu achten ist die Deckkraft des Pinsels stark herabzusetzen.
Danach werden willkürlich in alle Richtungen und Verläufe kleine Striche gezogen.
Sollten an einer Stelle zuviele Striche aufgetragen wurden, kann man sie dort einfach wieder wegradieren.

Basistextur mit Kratzern

2.) Lichtbrechung

Als nächstes wird etwas gegen das fabrikneue Aussehen des Lacks getan.
Hierzu werden helle und dunkle Flecken aufgetragen, die für unterschiedliche Lichtverhältnisse sorgen sollen.
Besonders eignen sich hierfür das Pinselwerkzeug mit Faux-Spitzen.

Faux-Spitzen

Nun werden 2 neue Ebenen erstellt:
Auf die erste werden mit den Fauxspitzen weiße Flecken, auf der zweiten schwarze Flecken bei 100% Deckkraft aufgetragen.

Neue Ebenen

Nun wird die Deckkraft der Ebene mit den schwarzen Flecken auf 7%, und die der Ebene mit den weißen Flecken auf 2% abgesenkt.
Nun sollte die Lackierung nicht mehr so neu wirken.

Ebenendeckkraft reduziert

3.) Fahrzeugverschmutzung

Wie auch zuvor wird eine eigene Ebene verwendet, um die über längere Zeit anfallenden Fahrzeugverschmutzungen auf unsere Oberfläche aufzutragen. Hierfür werden ein beiger Farbton und die normalen Sprüspitzen des Pinselwerkzeugs verwendet.
Dieser Schritt ist sehr zeitaufwendig, wobei darauf zu achten ist, dass verschiedene Pinselstärken und Deckkräfte zum Einsatz kommen.
Nun werden schwache dreckige Flächen, stärkere Spritzer als auch Flecken aufgemalt, wobei auhc ein schwach eingestellter Radiergummi mit Faux-Spitze zum Einsatz kommt.
Bereits bemalte Stellen können kopiert werden und über der gesamten Oberfläche verteilt werden, wobei jedoch bei überlappenden Rändern immer auf einen weichen Übergang geachtet werden muss.

Aufgemalte Fahrzeugverschmutzung

Aufgemalte Fahrzeugverschmutzung, Deckkraft auf 35 - 40% reduziert

4.) Staub & Sprühnebel

Durch die Luftverwirbelungen, die das Fahrzeug beim Fahren erzeugt, setzt sich an bestimmten Stellen Staub oder dreckiger Sprühnebel ab.
Dies betrifft meistens das hintere Drittel des Fahrzeuges, vor allem die Heckfläche sowie die Bereiche nahe den Radkästen und Ketten, die am stärksten betroffen sind.
Beim Bemalen sollte man den Fahrtwind mit einbeziehen, also den Staub vom Unterboden nach oben in Richtung Heck verlaufen lassen.
Hierzu nimmt man einfach eine sehr dicke Werzeugspitze für das Pinselwerkzeug und enen hellen, beigen Farbton mit ca. 5 - 10% Deckkraft.
Das schwierigste ist hierbei nur alle nötigen Teile der Fahrzeugoberfläche zu bemalen, die sich meist an verschiedenen Stellen auf der Textur befinden.

Oberfläche mit aufgemaltem Staub & Sprühnebel

5.) Schlamm

Um Schlammspritzer aufzutragen, wird wieder eine Faux-Spitze und eine bränliche Farbe verwendet. Damit werden alle möglichen Stellen, auf die Schlamm spritzen könnte, bemalt.

Oberfläche mit Schlamm

Nun wird mittels eines Radiergummis mit Faux-Spitze der Überschuß entfernt.

Oberfläche mit Schlamm

Im nächsten Schritt wird der Ebenenstil Abgeflachte Kanten und Relief auf die Schlammebene angewandt.
Die Deckkraft der Ebenen wird individuell nach eigenem Ermessen eingestellt.

Oberfläche mit Schlamm

Zum Schluss wird eine weitere Ebene unter der Schlammebene erstellt.
Auf dieser werden dunklere Deckflecken mit Faux-Spitzen aufgetragen, so dass nochmals der darüberliegenden Schlamm betont wird.
Die Schlammebene kann auch entfärbt und stark aufgehellt mit wenig Deckkraft für Normalmaps benutzt werden.

Oberfläche mit Schlamm

6.) Feuchtigkeit

An manchen Stellen von Fahrzeugen hält sich Feuchtigkeit länger als an anderen;
schattige Stellen, Ritzen oder Kanten zum Unterboden sollten daher dunkler bemalt werden.
Dazu wird eine normale Werkezugspitze für das Pinselwerkzeug verwendet.
Mit Schwarzbraun und einer ca. 20% Deckkraft werden diese Stellen nun bemalt, wobei tieferliegende Stellen dunkler bemalt werden, als weiter oben liegende.

Oberfläche mit Feuchtigkeit

Abschließende Bemerkungen

Natürlich werden die Texturen noch mit individuellen Verwitterungsbemalungen, Kratzern oder Spritzern von den Reifen verfeinert, dies würde jedoch den Rahmen eines Tutorials sprengen. Wir hoffen aber, dass ihr hier noch ein paar Anregungen für eure Texturen gefunden habt.

PSD-Vorlage

Die hier benutzte Oberfläche, inklusive der aufgemalten Verwitterungen, kann hier heruntergeladen werden:
RAR-Archive, 897 KByte

Credits

Dieses Tutorial stammt von Snorri, letzte Aktualisierung: 17.05.2009.